Viele Hundehalter teilen ein gemeinsames Problem. Sie spüren eine gewisse Barriere zwischen sich und ihrem Hund. Wenig gegenseitiges Vertrauen und beiderseitige Ängste bestimmen das Verhältnis zwischen Menschen und Hund. Aus dieser schwierigen Situation heraus suchen daher immer mehr Hundebesitzer professionelle Hilfe und das ist auch gut so. Einige Tipps und Anregungen wie Sie Ihrem Hund und sich selbst Ängste nehmen und Vertrauen und Bindung schaffen sowie eine klare Kommunikation etablieren können erhalten Sie hier.

Bindung zum Menschen

Ein Begriff, der immer wieder fällt, wenn es um die Mensch-Hund-Beziehung geht, ist „Bindung“. Doch was bedeutet es eigentlich, wenn ein Hund eine Bindung zum Menschen hat und wie kann man diese fördern?
Im Grunde genommen ist die Bindung zwischen Menschen und Hund der zwischenmenschlichen Bindungen sehr ähnlich. Es ist für die psychische Entwicklung eines Hundes essenziell, dass er frühestmöglich eine stabile Bindung zu einem Menschen aufbaut, wenn er als ausgewachsener Hund permanent in der Umgebung von Menschen leben soll.
Eine mangelnde Bindung im Welpenalter kann aber nicht nur psychische, sondern auch physische Erkrankungen zur Folge haben.
Wesentlichen Elemente zum Aufbau einer sicheren Bindung sind zum Beispiel:

– Konsistentes und konsequentes Verhalten des Menschen gegenüber dem Tier
– Geborgenheitsgefühl
– Zärtlichkeit
– Permanente Interaktion

Ist eine Bindung erst einmal etabliert, kann sie nur sehr schwer wieder gelöst werden. Verpasst man allerdings die Gelegenheit, sie bereits im Welpenalter sukzessive aufzubauen, so lässt sie sich nachträglich nur sehr schwer manifestieren.

Vertrauen als Manifestation einer guten Bindung

Vertrauen wird häufig synonym mit dem Begriff der „Bindung“ verwendet. Dabei ist es eher die Folge einer stabilen Bindung. Es äußert sich seitens des Hundes zumeist durch häufige Kontaktaufnahme und das bewusste Suchen der Nähe des Menschen. Auch gewisse Formen des Pflegeverhaltens wie etwa das Ablecken sind deutliche Zeichen für ein hohes Maß an Vertrautheit. Aber auch Hunde, die nicht permanent in ihrer Nähe sind, können eine gute Bindung und ein gutes Vertrauensverhältnis zu ihren Menschen haben. Liegt ein Hund vollkommen entspannt in seinem Korb, während ein Mensch in seiner Nähe ist, spricht dies ebenfalls eine deutliche Sprache.

Ängste nehmen und Vertrauensverhältnis aufbauen

Wenn sie der Meinung sind oder sogar professionell diagnostiziert wurde, dass die Bindung ihres Hundes zum Menschen nicht optimal ist, gibt es einige Maßnahmen und Regeln, die zu beachten, sehr positive Effekte auf die Mensch-Hund-Beziehung haben kann.
Ihrem Hund gewisse Ängste zu nehmen, ist dabei ein wesentlicher Schritt. Hunde haben häufig Ängste in scheinbar alltäglichen Situationen. Ein lautes Geräusch oder eine unbekannte Umgebung können starke Angstreaktionen hervorrufen. Derartige Ängste kündigen sich durch eine gewisse Anspannung an. Eine geduckte Haltung, angespannte Muskulatur oder auch ein eingezogener Schwanz zeigen deutlich, dass der Vierbeiner ein Problem mit einer gewissen Situation hat.
Um solche Ängste abzubauen und damit gleichermaßen das Vertrauensverhältnis zu stärken, gibt es einige leicht umsetzbare Ansätze. Als aller Erstes: Bleiben Sie gelassen! Ihr Hund orientiert sich an Ihnen. Strahlen Sie in einer angstauslösenden Situation Ruhe aus, so überträgt sich diese Ruhe auch auf den Hund. Auch Leckerlies oder Streicheleinheiten können einer Situation den Schrecken nehmen. Wiederholt man die positive Verstärkung in der gegebenen Situation, wird der Hund durch die ständige Übung sein Angstverhalten verlernen.
Leider führen diese Methoden nicht immer zum Erfolg. Manchmal hilft nur die Konsultation eines Experten oder die komplette Meidung der Angstauslöser.

Den Hund nicht überfordern

Bei aller Liebe zum Hund und dem Wunsch ein besseres Verhältnis zu ihm aufzubauen, sollten Sie ihn nicht überfordern. Gehen Sie es langsam an und üben Sie zwar oft aber nicht ständig neue Verhaltensmuster ein. Überfordern Sie das Tier, wird dies auf Dauer eher Schaden anrichten als zu helfen. Auch die gewünschte Vertrauensbasis kann durch eine zu starke Überforderung des Hundes belastet werden.

Klare Kommunikation

Ein Hund kann die menschliche Mimik und Gestik nicht besonders gut interpretieren und ist darauf angewiesen, dass der Hundehalter sehr konsequent und konsistent mit ihm kommuniziert. Klare Kommunikation ist daher unbedingt notwendig. Der Hund muss sich darauf verlassen können, dass er Sie richtig versteht.
Es ist wichtig zu begreifen, dass ein Hund sich zuallererst an der Körpersprache orientiert. Hieraus liest er viele verschiedene Dinge ab. Nonverbale Kommunikation setzen wir Menschen aber in den meisten Fällen unbewusst ein. Umso wichtiger ist es, sie gegenüber einem Hund bewusst einzusetzen. Das ist ein schwieriger Lernprozess, der sich aber definitiv lohnt. Ein Hund reagiert zuerst auf die Körpersprache. Deswegen ist es wichtig, dass verbale Befehle, Gestik und Mimik möglichst aufeinander abgestimmt sind. Verwenden Sie verschiedene Gesten für ein und denselben Befehl, verwirrt das den Hund. Genauso gilt es umgekehrt. Hat der Hund erst einmal gelernt, dass er auf die Körpersprache nicht vertrauen kann, ist der Weg zurück mit viel Training verbunden. Dieser Weg lohnt sich aber definitiv.
Klare Kommunikation stärkt die Bindung zum Menschen und erleichtert den Alltag mit Hund ganz enorm.

Hundesprache lernen

Hundesprache lernen bedeutet nicht, dass Sie anfangen sollen ihren Hund anzuknurren oder anzubellen. Auch wenn viel fragwürdige „Experten“ derartiges Verhalten empfehlen, stiftet es mehr Verwirrung als Vertrauen. Will man die Hundesprache lernen, so geht es dabei in erster Linie darum, seinen Hund verstehen zu lernen und nicht seine Sprache zu sprechen. Wie wir bereits festgestellt haben, kann der Hund, sofern man klar kommuniziert, ohne Weiteres die Körpersprache des Menschen verstehen lernen. Daher ist es nur fair, dass wir uns als Menschen auch alle Mühe geben, die Sprache des Hundes zu verstehen.
An dieser Stelle soll nun nicht versucht werden, einen Hundeduden niederzuschreiben. Es geht lediglich darum, essenzielle Kenntnisse der Art und Weise wie Hunde kommunizieren, zu verinnerlichen.

Augenkontakt ist ein wichtiges Element der Hundesprache. Suchen Sie den Augenkontakt, so freut der Hund sich über ihre Aufmerksamkeit. Wendet er den Blick nach unten oder von ihren Augen eher auf ihre Nase, so ist das ein klares Zeichen, dass er sich ihnen unterordnet.

Schwanzwedeln wird im Allgemeinen als Freude interpretiert. Das stimmt auch in vielen Fällen. Schwanzwedeln ist aber in erster Linie ein Interaktionsmarker, der auch von aggressivem Verhalten begleitet sein kann.

Knurren ist ein Zeichen der Aggression. Man sollte sich bewusst sein, dass ein knurrender Hund aber auch einen Grund für sein Verhalten hat. Versteht man, warum ein Hund knurrt, kann man dieses Verhalten auch als Zeichen eines unerfüllten Bedürfnisses sehen.

Bellen wird häufig sehr negativ und als Dominanzgehabe interpretiert. Das ist so nicht korrekt. Häufig bellen Hunde auch um ihre Halter vor einer Gefahr zu warnen. Auf ein Bellen also mit Schimpfen zu reagieren, kann in gewissen Situationen die Bindung zu ihrem Hund schwächen.

Diese wenigen, aber wichtigen Beispiele für Hundesprache sollten verdeutlichen, dass wir uns nicht zu sehr darauf verlassen sollten, was unser Instinkt uns über Hundesprache sagt. Es ist für eine gesunde Bindung wichtig, genau zu verstehen, was der Hund mit einem bestimmten Verhalten zum Ausdruck bringen will.

Fazit

Der Vertrauen ist einer der wichtigsten Faktoren in einer Beziehung zwischen Menschen und Tier. Im Idealfall wird die Grundlage des Vertrauens bereits früh durch den Aufbau einer Bindung zum Menschen gelegt. Aber auch in späteren Entwicklungsphasen ist es möglich, mit verschiedenen Methoden das Vertrauensverhältnis zu ihrem Hund zu stärken. Dieser Artikel sollte dazu einige Anregungen geben. Bei größeren Problemen sollte jedoch immer ein Experte zu Rate gezogen werden, da eine belastete Beziehung nicht nur ihrem Hund, sondern auch ihnen selbst auf Dauer großen Schaden zufügen kann.

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