In der Hundehaltung die Körpersprache verstehen

Es ist immer in der Hundehaltung ein Problem: Wer es schwer hat, mit seinem Hund zu kommunizieren, sollte sich zunächst darüber klar werden, dass der Umgang mit Hunden gelernt werden muss. Hunde sind keine Menschen und sprechen eine andere Körpersprache als wir. Und weil der Hund niemals menschlich sein kann, liegt es an uns, uns dem Kommunikationsweg der Hunde anzunähern und auf sie einzugehen. Bei der gescheiterten Kommunikation zwischen Hund und Mensch liegt der Fehler beim Menschen. Ein guter Einstieg für den verbesserten Umgang mit Hunden ist, auf sein Gefühl zu hören. Die Körpersprache zwischen Hund und Mensch braucht auch Geduld. Im Folgenden wird genauer auf die Verhaltensweisen des Hundes eingegangen und darüber aufgeklärt, worauf zu achten ist.


Die Vermenschlichung des Hundes als Ursache
Wie bereits angeschnitten, ist es notwendig, sich in Sachen Kommunikation in der Hundehaltung dem Hund anzunähern. Leider ist in den meisten Haushalten der umgekehrte Fall (dass Menschen ihren Hund vermenschlichen) Realität: Vom Hund werden Verständnis und Gehorsam erwartet, obwohl mit ihm in einer Fremdsprache gesprochen wird. Der Schlüssel zu einer funktionierenden Mensch-Hund-Beziehung lautet Verhundlichung: Hundebesitzer müssen sich in ihren Vierbeiner hineinsetzen, um zu ihm durchzudringen. Dieses Vorhaben kostet Zeit und Geduld, stellt sich jedoch als lohnenswert heraus.

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Körpersprache und Signale des Hundes
Um Hunde verstehen zu lernen, musst Du Deinen Hund aufmerksam beobachten: Hunde veranschaulichen jeweilige Situationen und Stimmungen mittels Körpersprache und sein Verhalten. Besonders hilfreich sind hierbei spezielle Hundetrainings, bei denen die Besitzer bezüglich der Sprache des Hundes geschult werden. Der Lernvorgang kostet sowohl Hund als auch Mensch Disziplin.


So ticken Hunde
Hunde speichern ihre Erfahrungen in Bildern ab. Diese Erfahrungen sind sehr wichtig für den Lernprozess des Hundes, da er eben auch nur bildlich lernt. Folgendes Dilemma macht es dem Hund nicht möglich zu lernen: Wird dem Hund zu viel menschlichen Verhalten abverlangt, wird er sich nicht mehr identifizieren können. Er kann weder Hund sein, weil von ihm menschliches erwartet wird, aber auch niemals Mensch werden. Aggression und Ungehorsam sind die Folgen dieses Dilemmas. Hunde benutzen ihre Körpersprache – nicht die des Menschen – um ihre jetzigen Empfindungen auszudrücken. Sie können weder reflektieren noch in die Zukunft denken: Ihr Verhalten verbildlicht das Hier und Jetzt. In der Hundehaltung musst Du mit Deinen Hund kommunizieren, Du musst auf den Hundekanal wechseln.

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Den Hund besser verstehen – eine kleine Übersicht
Hier sind einige Beispiele, worauf Du achten musst, um Deinen Hund besser zu verstehen:

1. Duckt sich ihr Hund und zieht den Schwanz ein, bedeutet dies, dass er Angst hat.
2. Nimmt ihr Hund eine steife Körperhaltung ein, sträubt sein Fell, zeigt seine Zähne und grummelt Dich sogar an, heißt das, dass ihr Hund Ihnen Angst machen möchte.
3. Bewegt sich Ihr Hund hoppelnd und schwanzwedelnd auf Dich zu, bedeutet dies, dass alles in bester Ordnung ist und er sich freut, Dich zu sehen. Auch leichte Stupser der Schnauze deuten auf Freundlichkeit und Begrüßung hin. Für ausführlichere Informationen musst Du genauer hinschauen: Kopfstellung, Augen, Lippen, Körper und die Rute des Hundes spiegeln seine momentane Stimmung. Sein gesamter Körper und dessen Sprache ist durchgehend auf Sendung – schau genau hin.


Missverständnisse zwischen Mensch und Hund
In der Hundehaltung gibt es Beschwichtigungssignale. Beschwichtigungssignale des Hundes werden häufig von uns Menschen falsch interpretiert: auf uns wirken diese wie eine Höflichkeitsfloskel. Missverständnisse bleiben da nicht aus. Auch die folgenden menschlichen Verhaltensweisen führen auf Seiten des Hundes zu Fehlinterpretationen und sollten deshalb vermieden werden:


1. Schaue Deinem Hund nicht direkt in die Augen.
2. Gehe nicht frontal auf Deinen Hund zu.
3. Beuge Dich nicht über Deinen Hund.
4. Vermeide steife Bewegungen deinerseits.
5. Schlage oder trete niemals nach einem Hund.
6. Beschimpfe Deinen Hund nicht.


Ein solches Verhalten kann unschöne Folgen mit sich bringen, da Du Deinen Hund ungewollt erschrecken oder bedrohen könntest.

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Ein kleiner Verhaltenskurs
Allgemeine Regeln erleichtert Dir den Umgang mit Hunden zusätzlich und sollten unbedingt beherzigt werden.
Oft liegt es am Verhalten des Menschen, wenn eine Situation nicht wie gewünscht verläuft. Die richtige Reaktion auf etwaige Situationen erfährst Du in den folgenden Punkten:


1. Bevor Du einen Hund berührst, solltest Du Dir immer sicher sein, dass er Dich auch wahrgenommen hat. Falls Du Dir nicht sicher bist, ob das der Fall ist, warte mit dem Anfassen und sprich ihn vorher an. Falls ihr euch noch nicht kennt, sollte der Hund die Möglichkeit bekommen, zum Beispiel Deine Hand zu beschnuppern. Erst nachdem Du seine Reaktion abgewartet hast, kannst Du ihn gefahrlos berühren. 


2. Bevor Du überhaupt einen fremden Hund streichelst, solltest Du unbedingt den Besitzer des Hundes um Erlaubnis bitten, ob die Kontaktaufnahme mit seinem Hund in Ordnung ist. Aus unterschiedlichen Gründen wie schlechte Erfahrungen, körperliche Einschränkungen oder anderen Gründen, kann es nämlich sein, dass der Hund anders reagiert als ein „normaler“ physisch und psychisch gesunder Hund.


3. Auch solltest Du Dich nicht über einen Hund beugen. Die meisten Hunde empfinden dieses Verhalten als bedrohlich und könnten dementsprechend reagieren. Viel besser ist es, wenn Du Dich in die Hocke begibst und abwartet, bis der Hund auf Dich zugeht. Dieses Verhalten empfindet die Mehrzahl der Hunde freundlich und einladend.


4. Fremde Hunde solltest Du auch nicht von oben am Kopf streicheln. Das kann ebenfalls als bedrohlich empfunden werden und wird dementsprechend nicht gemocht. Alternativ kannst Du fremde Hunde nach der Kontaktaufnahme am Hals oder mit von der Seite kommender Hand an der Schulter streicheln.


5. Hunde fühlen sich bedroht, wenn Du Sie mit Deinem Blick fixierst. Angenehmer für den Umgang mit Hunden ist ein leichtes Abwenden der Augen.


6. Vermeide es außerdem, einen Hund in die Ecke zu drängen. Schneide ihm auch niemals den Weg ab, damit sich jederzeit zurück ziehen und die Flucht ergreifen kann.


7. Hektische Bewegungen und das Weglaufen vor Hunden solltest Du Dir schleunigst abgewöhnen. Schnelle und ungelenke Bewegungen können in den meisten Tieren den Jagdinstinkt wecken. Im harmloseren Fall wirken diese wie eine Spielaufforderung. Möchtest Du es vermeiden, mit einem Hund Kontakt aufzunehmen, solltest Du langsam an ihm vorbei gehen oder gar stehen bleiben und dem Hund so wenig Beachtung wie möglich schenken.


8. Wichtig für jeden Hund ist ein Ort, an dem er schlafen und sich ausreichend zurückziehen kann. Dort solltest Du ihn auf keinen Fall stören. Solltest das nicht beachten, musst Du damit rechnen, dass Deinem Hund kein Rückzugsort mehr zur Verfügung steht und er entsprechend aggressiv reagieren kann.


9. Lass unbedingt die Hände weg von knurrenden Hunden! Das Knurren soll als Warnsignal verstanden und in jeder Situation ernst genommen werden. Ignorierst Du die Warnung eines Hundes, bleibt ihm oft nichts anderes übrig, als zuzuschnappen oder sogar zu beißen.

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Fazit
Für einen einfacheren Umgang mit Hunden muss der Fokus auf die Körpersprache gesetzt werden. Hoffentlich hilft Dir diese Übersicht über einen besseren Umgang mit Hunden weiter und motiviert Dich, eure Mensch-Hund-Beziehung zu optimieren. Auf Dauer wirst Du ausführlichere Informationen zum Thema Umgang mit Hunden benötigen und findest diese hier. 

Wir wünschen Dir und Deinem Vierbeiner viel Erfolg!

 

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