Häufige Missverständnisse in der Hundeerziehung

In der Hundeerziehung  und im Hundetraining möchte jeder Hundebesitzer alles richtig machen. Viele Hundehalter lesen viele Bücher oder Texte im Internet – nur, um am Ende verwirrt darüber zu sein, welcher Ansatz nun der richtige ist. In der Folge kann es Missverständnisse in der Hundeerziehung geben. Diese Missverständnisse sind besonders häufig.

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1. Der Mensch ist Rudelführer und muss sich immer durchsetzen 
Wohl jeder Hundebesitzer hat das schon gehört: Der Mensch müsse Rudelführer sein und diese Stellung gegenüber seiner Fellnase stets verdeutlichen. Zwar ist es wichtig, dem Tier durch Hundeerziehung Grenzen aufzuzeigen und zu verdeutlichen, dass man selbst die Entscheidungen trifft. 
Darüber hinaus kann das Konzept des Rudelführers jedoch nur begrenzt auf den Menschen übertragen werden. Ein Hund ist in erster Linie Familienmitglied und weiß, dass er nicht unter Hunden lebt.

Von einem „Rudelführer“ zu sprechen ist deshalb irreführend. Ein Rudelführer sein zu wollen bedeutet auch nicht, dem Tier gegenüber aggressiv zu werden oder jede Geste überzubewerten. Im Team aus Hund und Mensch ist es wichtig, dass der Mensch sich den Respekt des Hundes erarbeitet – durch faires und voraussehbares Verhalten. Der Halter muss ein verlässlicher Ansprechpartner sein, der in der Hundeerziehung durch klare Entscheidungen Sicherheit bietet. Wenn der Vierbeiner unerwünschtes Verhalten an den Tag legt, kann man daran im Hundetraining arbeiten. 

2. Was der Welpe nicht lernt, lernt der Hund nicht mehr 
Die Sozialisierung eines Welpen ist wichtig, damit das Tier zu einem souveränen Hund heranwächst. Dazu wird er mit verschiedensten Situationen konfrontiert. Dieses Hundetraining muss jedoch behutsam geschehen, um bei dem Welpen keinen Stress auszulösen. Fühlt er sich überfordert, wird er unsicher und ängstlich, auch das Verhältnis von Hund und Menschleidet. Lernfähig sind Hunde übrigens ein Leben lang. 

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3. Angst sollte ignoriert werden 
Viele Hunde zeigen ängstliches Verhalten. Dies kann zum Problem in der Hundeerziehung werden, wenn nicht durch gezieltes Hundetraining entgegengewirkt wird. Oft heißt es, der Hund solle bei ängstlichem Verhalten ignoriert werden, um ihn in seiner Angst nicht zu bestärken. Ist der Hund mit einer Situation konfrontiert, wird im Hirn abgeglichen, ob es bereits eine vergleichbare Situation gegeben hat.

Die Erinnerungen daran und die damit verbundenen Gefühle werden abgerufen – und das Signal zur Entwarnung oder für Gefahr gegeben. Das Verhalten des Hundehalters entscheidet darüber, welche Gefühle der Hund mit der Situation verbindet. Zuwendung allein bestimmt nicht, ob der Hund Angst hat oder nicht. Oberstes Ziel in der Hundeerziehung ist es, dem Hund Sicherheit zu vermitteln. Das bestimmt auch das Verhältnis zwischen Hund und Mensch. Ist das Vertrauensverhältnis von Hund und Mensch durch positive Erfahrungen und Hundetraining ausgeprägt, kann der Hund schwierige Situationen besser meistern. 

4. Der Hund möchte seinen Besitzer ärgern, weshalb er bestraft werden muss 
Manche Hundebesitzer glauben, dass ihr Tier sie ärgern möchte. Für Hunde steht allerdings die Befriedigung ihrer Bedürfnisse im Vordergrund. Bestrafung sollte kein Bestandteil vom Hundetraining sein. Konsequentes Hundetraining, das positive Erlebnisse befördert, ist ein gutes Mittel für die Hundeerziehung und verbessert das Verhältnis von Hund und Mensch. 

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5. Zuviel Beschäftigung gibt es nicht, und Hundekontakte sind unverzichtbar
Die meisten Hunde spielen gerne, und auch für das Verhältnis von Hund und Mensch ist das wichtig. Durch zu viel Beschäftigung kann man den Hund jedoch auch überfordern. Zwar soll sich der Vierbeiner nicht so langweilen, dass er die Wohnung auseinandernimmt. Es ist jedoch sinnvoll, ein Spiel rechtzeitig abzubrechen. 

Ein anderer Mythos lautet, dass Hunde jeden anderen Hund begrüßen dürften sollten. Manche Hunde weichen anderen Hunden jedoch lieber aus. Ist das der Fall, sollte das Tier nicht zum Kontakt gezwungen werden – andernfalls leidet das Vertrauensverhältnis zwischen Hund und Mensch.

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